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Menschenkenntnis und Selbstsucht

Posted in Freunde, Tagebücher von Steffen Klausing am 7. Apr. 2008

Menschenkenntnis, ein schönes Bauchgefühl oder gewachsene Lebenserfahrung?
Wie viele Dinge gibt es die Menschen dazu bringen zu glauben das Wesen des Gegenübers einschätzen zu können?

Die einen glauben sie können an der Kleidung einschätzen wie sein Wesen ist. Andere schauen auf die Hände und sind der Meinung den anderen beurteilen zu können. Ein Blick in die Augen soll die Seele öffnen und etwas über den Charakter preisgeben. Es gibt genügend Sprüche darüber, dass man Menschen nur an ihren Taten einschätzen soll.

Kaum ein Mensch gesteht sich selbst ein, dass man einen Menschen nur schwer einschätzen kann. Ein erster Eindruck … OK … aber auch der kann falsch sein.

Man ist öfters mit jemanden zusammen und glaubt ihn zu kennen, hilft ihm, steht ihm zur Seite …
Die ersten kleinen Macken tauchen auf. Das ist doch nicht schlimm. Jeder hat ja auch seine unerwarteten Seiten. Der einst so hilfsbereite, hilfsbedürftige Mensch wird immer selbstsüchtiger. Ein guter Freund, eine gute Freundin … glaubt man … hat vielleicht ein paar Probleme. Man steht diesem Mensch weiter zur Seite.

Man vollzieht Schritte, die man ohne diesen Menschen nie getan hätte. Ihm / Ihr zu liebe.

Leidet man selbst unter dem Helfersyndrom? Oder ist man einfach nur zu gutmütig um die Veränderungen zu sehen? Oder ist es einfach nur der eiserne Glaube an das Gute im Menschen? Großzügigkeit und Uneigennutz sind die eigenen Wesenszüge welche nun ausgenutzt werden. Aber man gibt ja gerne … hilft ja gerne.

Der andere wird immer selbstsüchtiger. Vielleicht ist man ja auch selbst schuld, weil man einfach keine Grenzen gesetzt hat?

Am Ende passiert dann das, an was man nie gedacht hat. Der andere denkt nur noch an sich. Erinnert sich nicht mehr der ganzen Sachen mit welchen man ihnen geholfen hat.

Man wollte zwar keine Dankbarkeit dafür, aber dass man mit einer derartigen Selbstsucht „belohnt“ wird, hätte man auch nicht gedacht.

Von heut auf morgen ändert sich das Bild was man von diesem Menschen hatte und man steht allein mit den Konsequenzen da.

Sollte man weniger gutmütig und optimistisch auf andere Menschen zu gehen? Sich in Zukunft mit allem absichern um nicht am Ende als der Dumme da zu stehen?

NEIN!

Vielleicht sollte man nur die Augen ein wenig offener halten und nicht dem einmal gebildeten Bild auf ewig vertrauen.

Menschen ändern sich.

Dankbarkeit ist nicht Gott gegeben und Ehrlichkeit schon gar nicht. Eigennutz ist eine der schlechtesten Tugenden eines Menschen. Gesunder Egoismus ist wichtig. Wo man aber andere Menschen damit verletzt sollte Schluss sein. Man sollte immer so viel Mut haben den Menschen, auch wenn man ihn damit verletzt, ehrlich gegenüber zu treten.

Ist man selbst immer offen und glaubt man daran dass der Gegenüber genauso ist, wird man zwar auch einmal enttäuscht. Aber man wird auch belohnt mit Freundschaften die es ohne diese positive Lebenseinstellung nie gegeben hätte.

Diese positive Sicht der Dinge hilft einem alle Dinge des Lebens zu meistern. Man muss eben nur akzeptieren, dass es auch Enttäuschungen geben kann.

So sind die Menschen nun einmal …

Freundschaft !?!

Posted in Freunde von Steffen Klausing am 24. Mrz. 2006

Freundschaft, was ist das eigentlich?
Laut www.wikipedia.de ist Freundschaft ein Wort für eine subjektive wahrgenommene positive zwischenmenschliche Beziehung, die sich als wechselseitiges Sympathiegefühl manifestiert.
Freundschaft bezieht sich in der Regel auf Beziehungen zwischen Individuen, die keine sexuellen Beziehungen unterhalten.

So trocken kann man dieses Thema sehen.
Mit ein wenig mehr Emotionen und etwas weniger rationalem Nachdenken, kann man Menschen welche einem nahe stehen als Freunde bezeichnen. Dann würde man allerdings dem Begriff immer noch nicht gerecht werden.
Freunde sind in meinen Augen Personen welche einen anderen Menschen ohne Ansehen seiner Person, seines Standes oder seines Geldes einfach um seiner selbst mögen. Eine Freundschaft geht meist über das Verhältnis was man zu einem Weggefährten oder einem Begleiter hat weit hinaus.
Freundschaft bedeutet allerdings nicht bedingungsloses Vertrauen oder volle Akzeptanz dessen was jemand anderes macht. Ganz im Gegenteil! Ein Freund geht davon aus, dass man selbst dem anderen nichts negatives will. Aber er hinterfragt alles was man macht und gibt ehrliches Feedback auch wenn es unbequem ist. Die Meinung eines Freundes kann deshalb auch verletzend sein. Die Wahrheit widerspricht manchmal dem eigenem Ego oder der eigenen Sicht der Dinge und ist deshalb schwer zu akzeptieren. Die Aussage eines Freundes oder einer Freundin ist aber von einem Bedürfnis gekennzeichnet den anderen vor Schaden zu bewahren.
Solch ein Verhalten ist selten! In der heutigen egoistisch geprägten Welt sind solche Menschen sehr wertvoll.
Ich habe lernen dürfen, dass ehrlich gemeinte Freundschaft oft von Menschen entgegen gebracht wird von denen man es am Anfang am wenigsten erwartet. Wir sind viel zu sehr geprägt von Standesdenken und von dem optischem Erscheinungsbild eines Menschen. Dinge wie Vermögen, gesellschaftliche Stellung und Erfolg im Beruf prägen unsere Sicht auf andere Menschen. Sind dies aber wirklich die Kriterien an denen wir Menschen messen sollten?
Freundschaft ist nie eine einseitige Sache! Man kann keinen Freund haben ohne ihm oder ihr gegenüber das gleiche Bedürfnis nach Wahrheit und Offenheit entgegen zu bringen.
Genau dies ist es aber auch, warum es Freundschaft oft nur zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen gibt.
Bei Freundschaften zwischen Mann und Frau ist es sehr schwer die Schwelle zur Liebe nicht zu überschreiten. Genau die Eigenschaften welche eine Freundschaft auszeichnen sind es, welche sich jeder Mensch in seiner Partnerschaft erhofft und nicht immer vorfindet.
Aber das ist ein anderes Thema über das ich vielleicht demnächst einmal schreibe….