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Jahresabschlußtour 2007

Posted in Vorbereitung AlpenCross von Steffen Klausing am 29. Dez. 2007

Als ich heute morgen aufstand, konnte ich es kaum glauben! Es schien die Sonne und es war leichter Frost. Mit anderen Worten es waren ideale Bedingungen um in dieser Jahreszeit Fahrrad zu fahren.
gefrorene Pfützenteilweise gefrorener BachDer Kunstteich bei Sangerhausen
Die Tour ging von Allstedt über Riestedt querfeldein dem Bergbaulehrpfad folgend zum Kunstteich unweit von Sangerhausen. Dieser Pfad ist nicht sonderlich anspruchsvoll, aber er gewährt einen schönen Einblick in die Geschichte unserer Gegend als hier die Leute noch tief in den Berg einfuhren und mühevoll das Kupfer zu Tage brachten.
Sangerhäuser SchachtBlick auf den RöhrigschachtBlick über die Felder des Landkreises
Wer nicht die richtige Kleidung besitzt um diesen Weg während dieser Jahreszeit zu verfolgen, dann sollte man sich diesen Weg unbedingt mal für den Sommer vormerken.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen und den  Mitlesern in meinem Blog ganz herzlich für die Kommentare per Mail danken. Beendet dieses Jahr friedvoll und startet mit ein paar guten aber auch umsetzbaren Vorsätzen ins Neue Jahr. Danke für Eure Treue zu meinen Seiten. Im nächsten Jahr gibt es garantiert wieder einige neue interessante Berichte. Dafür wird wohl allein schon die Vorbereitung auf den AlpenCross im August sorgen.

Der erste Schnee

Posted in Diabetes, Vorbereitung AlpenCross von Steffen Klausing am 25. Dez. 2007

Pünktlich zum Fest kam der Frost mit dem ersten Schnee. Es war zwar nur eine dünne Decke (2-10cm), aber sie gab der Landschaft bei strahlendem Sonnenschein einen Hauch von einem russischem Wintermärchen. -3°C, Windstille und strahlenden Sonnenschein. Es war ein Tag wie im Wintermärchen.
Auf der dunklen Radkleidung spendete die Sonne wohlige Wärme. In den Wäldern sorgte sie für wunderschöne Lichterspiele. Gleichzeitig taute die Sonne den Schnee auf einigen Feldern schon wieder weg. Das sorgte dafür, dass kleinere Bäche und Flüsse ordentlich Wasser führten. Die Wehre hatten an manchen Stellen ziemlich mit den Wassermassen zu kämpfen.
Auf so einer mehrstündigen Radtour quer durch den Wald und über Äcker hinweg, weil man denkt eine Abkürzung zu fahren um dann festzustellen, dass da ein 2m breiter mit einem halben Meter Wasser führender Graben im Weg ist :D, kann man einiges schönes in der Natur sehen.
Insgesamt war ich heute fast 55km unterwegs. Annähernd 5 Stunden auf dem Rad bei herrlichem Winterwetter, einfach genial. Ich verstehe echt nicht, was einen da in der Wohnung halten kann!
Da ich mehr die Landschaft bewunderte als mit ordentlichem Drive durch die Gegend zu rasen, verbrauchte ich diesmal auch nur 6BE während der 5 Stunden. Allerdings merkte ich, dass es durchaus Sinn macht sein Messgerät und seine Insulinspritze etwas tiefer im Trinkrucksack zu verstauen. Beim ersten Messen zeigte mir mein Freestyle Mini ein kleines Thermometer unten links an. Das sollte mich wohl darauf hinweisen, dass auch mein Messgerät einen empfohlenen Messbereich hat. Gleichzeitig erinnerte es mich daran, dass Insulin ja auch frostempfindlich ist. Ich habe immer ein Shirt zum tauschen dabei. Wenn man durchgeschwitzt ist, sollte man sich lieber umziehen als eine Erkältung zu riskieren. Ich wickelte also mein Täschchen mit dem Messgerät und der Spritze in das Shirt. Da die Trinkblase durch das Wasser ja eh immer Plusgrade hat, wärmte das auch meinen Diabetikerbedarf. Bei der nächsten Messung reagierte mein Messgerät ganz normal und zeigte auch keine Warnmeldung mehr an.

Hier nun einige Bilder von der Tour:
Feldwegschnee03.jpgdurch den Schnee bergauf ... da kommt erkurze Pause zum Blutzucker messenLichtspiele im Waldtobende Wassermassen an einem WehrSchattenspiel bei Sonnenuntergang

Hauptsache weiß ;-)

Posted in Diabetes, Tagebücher, Vorbereitung AlpenCross von Steffen Klausing am 22. Dez. 2007

Die letzten Tage gingen die Temperaturen unter 0°C. Das Radfahren war endlich keine Qual mehr, denn all die schlammigen Wege sind gefroren und lassen sich gut fahren. Auf der anderen Seite hatten diese “Schlammfahrten” auch ihren Reiz . Lediglich das Putzen macht keinen Spaß. Mit klammen Finger und einem Wasserschlauch am Fahrrad stehen … es gibt schöneres.
Sicher es ist es bei Frost etwas kälter an die Hände und die Nase, aber dafür ist auch die Luft frischer und die Wander- und Radwege sind nicht so voll. Achtet man darauf, dass man im Frontbereich winddichte Fahrradbekleidung hat, dann friert man auch nicht. Oder anders gesagt, wer dann noch friert war nur zu faul zum strampeln :D .  Lediglich bei den Händen kann es schon mal kalt werden. Da die Hände am Lenker ja kaum Bewegung haben und dauernd dem Fahrtwind ausgesetzt sind, kann es an den Fingerspitzen schon mal kalt werden. Hier kann ich wärmstens (im wahrsten Sinn des Wortes) diese kleinen Wärmekissen aus der Apotheke empfehlen. Sie sind gelartig und haben ein kleines Metallstück innen. Klickt man damit, dann werden sie fest und geben Wärme ab. Hat man sie nicht zu groß gekauft, kann man sie in die Handschuhe stecken.
Verbrauchte Kissen kann man in kochendem Wasser ganz einfach wieder reaktivieren.

Natürlich ist die übliche kurze Wintererkältung mit Fieber auch an mir nicht vorbei gegangen. Dabei lernte ich wieder einiges bezüglich Fieber und Insulinwirkung. (Danke an Jörg aus dem Diabetesinfoforum.)
Fieber ist ja immer ein Kennzeichen dafür, dass der Körper mit einer Entzündung kämpft. Mit der erhöhten Temperatur versucht der Körper die “bösen Bakterien abzukochen”. Zusätzlich fängt der Körper an vermehrt körpereigenes Cortison auszuschütten. Das bremst das körpereigene Immunsystem etwas, damit die Reaktionen nicht ausufern können. Der Nachteil dabei ist, dass Cortison auch die Wirksamkeit des Insulin herabsetzt. Das bedeutet, dass die üblichen BE-Faktoren nicht mehr stimmen. Man benötigt mehr Insulin als sonst.
Bei mir persönlich habe ich festgestellt, dass die Leber dem Körper vermehrt Zucker zur Verfügung stellt. Klar, bei der Menge an Wärme welche er produziert, muss der Brennstoff ja irgendwo her kommen.  Aus der Nahrung kann er nicht kommen, da man meist appetitlos ist und ja eh weniger isst. Für den Diabetiker bedeutet dies, dass er auch wenn er nichts gegessen hat, seinen Blutzucker im Auge haben sollte und sich mit Insulin versorgen muss. Bei Nahrungsaufnahme sollte man damit rechnen, dass man mehr Insulin als sonst üblich benötigt.

Hier noch ein paar Impressionen. Es lag zwar kein Schnee, aber was Rauhreif so zaubern kann, ist manchmal auch wunderschön.
Blick von meinem Dachfenster ausStacheldraht an den Speichenweit weit weg das Allstedter Schloß
P.S. ich hab kein Stacheldraht an meinen Reifen ;-)

Tour der Leiden

Posted in Diabetes, Vorbereitung AlpenCross von Steffen Klausing am 9. Dez. 2007

Wieder einmal kann ich von einer tollen Fahrradtour berichten. Es begann damit, dass wir eigentlich eine Abschlusstour für dieses Jahr machen wollten. Natürlich sollte es eine Herausforderung werden.
Die Planung der Tour übernahm diesmal Glöckchen. Er sagte nur, dass es eine sehr anspruchsvolle Tour werden würde. So kam es, dass wir diesen Ausritt schon im Vorfeld als Tour der Leiden bezeichneten.
Mit dem Zug ging es am Morgen von Rüdesheim nach Kestert.
Start der Tour per Bahn
Diese Abschiedstour ging den Rheinsteig entlang von Kestert über St. Goarshausen, Kaub und Lorch bis Assmanshausen. Dort sind wir auf den Rheinhöhenweg ausgewichen und bis Rüdesheim unserem Ziel geradelt. So kann man es zumindest in kurzen Worten zusammen fassen, was wir uns an diesem Tag “angetan” haben.
Es ging also durch das Obere Mittelrheinthal, welches nicht umsonst zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Die Strecke war fast 70km lang und hatte fast 2500 zu überwindende Höhenmeter. Fast 40% der Strecke waren dabei Schiebe- oder Tragestrecken. Teile dieser Tour sind schon zu Fuß eine Herausforderung und das erst recht mit dem Rad.
Wer einmal mit seinem Rad auf den Schultern den Roßstein hochgeklettert ist, weiß wovon ich rede.
Es ging vorbei an Sehenswürdigkeiten wie Burg Katz, der Loreley, über den Roßstein, durch die Seitentäler des Rheins, vorbei an Kaub …

Mit anderen Worten eine Tour mit allen Schwierigkeitsgraden (diese eigentlich als Wanderweg ausgelegte Route hat teilweise Schwierigkeitsgrad 5 für Wanderer) und atemberaubend schönen Landschaften sowie wunderschönen Ausblicken ins Rheintal. In den Wäldern hatten wir mit durch Wildschweine aufgewühlte Wege zu kämpfen. Schlamm und Laub taten ihr übriges um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen.
Entlang der Strecke sind viele Hütten und Unterstände zu finden. So kann man auch mal bei schlechten Wetter diese Tour wagen.
erste Pause in einer der vielen Hüttensolche Hütten findet man entlang des WegesPause mit Blick auf den RheinDa fließt er lang der Rhein
Die Radtour dauerte insgesamt 11 Stunden. Eine Reifenpanne und einige kleinere Pausen abgezogen, kamen wir auf eine reine Fahrzeit von 8,5 Stunden.
Dein eigentlichen Wanderweg kann man sich unter www.rheinsteig.de ansehen und dort kann man sich auch die entsprechenden GPX-Dateien downloaden. Dieser Pfad ist für Wanderer und auch MoutainBiker zu empfehlen. Allerdings sollte man schon eine gute Kondition mitbringen. Im Sommer dürften die Radfahrer allerdings mit einer Vielzahl Wanderern zu rechnen haben.
unten in den Tälern ist natürlich Wald ;-)Pause für die DrahteselRast an einer Brücke im Tal
Auf der Tour ging es natürlich auch bergab. ;-) Mit dem Fahrrad kann man da schon mal in Schwierigkeiten kommen, vor allem wenn nasses Laub wie Schmierseife auf dem Weg liegt.
zwischen Baum und BorkeProfil der Tourselbe Situation von hinten
Hier wieder die obligatorischen Hinweise für alle Diabetiker.
Gestartet bin ich mit einem kohlenhydratereichen Frühstück. 4 halbe Marmeladenbrötchen welche ich normal mit Insulin berechnet habe. Während der Tour habe ich stündlich gemessen. Das war auch auf Grund der hohen körperlichen Belastung notwendig. Wie auch in der Vergangenheit hatte ich Bananen als Energiespeicher dabei. Zusätzlich habe ich diesmal Balisto mitgenommen. Ein Riegel wird hier mit einer BE berechnet.
Bei der Radtour brauchte ich pro Stunde eine Banane und einen Balisto-Riegel. Zusammen entspricht das ungefähr 3BE pro Stunde. Für diese Menge habe ich aber kein Insulin gespritzt. In Summe habe ich so 14BE ohne Insulinzufuhr verbrannt. Für alle die Kohlenhydrate trotzdem mit Insulin berechnen müssen, empfehle ich auf ihre Verdauung zu achten. Bei mir habe ich festgestellt, dass die Verdauung während sportlicher Aktivitäten langsamer arbeitet. Das bedeutet, dass auch Kohlenhydrate langsamer aufgenommen werden. Dies sollte man entsprechend der eigenen Insulinwirkkurve beachten. Man möchte beim Sport ja nicht noch Hypoerfahrungen machen!
Laut meiner Pulsuhr habe ich bei der ganzen Tour 7200kcal verbrannt. Das entspricht vom Energiegehalt ungefähr einem Kilo Körperfett. ;-) Natürlich habe ich kein Kilo abgenommen. Dazu war die Energiezufuhr durch Bananen und Balisto zu konstant. Allerdings sollte man auch nicht vergessen genügend Trinkvorräte mitzunehmen. Ein guter Trinkrucksack zahlt sich hier aus!
Zum rein sportlichen Aspekt sei zu sagen, dass sich hier das kontinuierliche Training in den Wochen vorher ausgezahlt hat. Gerade bei den vielen steilen Anstiegen, Schiebe- und Tragepassagen merkte ich wie gut ich vorbereitet war. Am nächsten Tag merkte ich zwar die Tour noch in den Beinen, aber es war kein Muskelkater!
Wenn ich daran denke, dass eine solche Tour von der Schwierigkeit her einer Alpentour wie wir sie im August planen gleich kommt, dann fühle ich mich mit dem Training dafür voll im Plan.