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Rhein - Mosel - Tour

Posted in Diabetes, Vorbereitung AlpenCross von Steffen Klausing am 23. Feb. 2008

Nach zweieinhalbwöchiger Erkältung war nun wieder mal eine schöne Radtour angesagt. Während der Erkältung habe ich es vermieden zu trainieren. Gerade Ausdauertraining sollte man dann nicht machen!

Leider hat sich in diesen 3 Wochen ohne Training auch mein BE Faktor um fast 25% verschlechtert. Die Kombination aus Erkältung und fehlendem Training hat die Insulinempfindlichkeit sinken lassen. Dadurch stieg der Insulinbedarf. Am Anfang merkt man nur, dass die Blutzuckerwerte stetig anstiegen. Ich musste also meine Dosis permanent anpassen.

Los ging es wieder mal in Rüdesheim. Von dort aus setzten wir auf die andere Rheinseite über.
Fähre bei Rüdesheim
Auf der anderen Rheinseite ging es bei strahlendem Sonnenschein auf den Radwegen den Rhein entlang. Die vielen kleinen Burgen und Schlösser entlang des Rheins spiegelten sich im Wasser und gaben wunderschöne Bilder ab.
Burg im RheinBurg am RheinBurg am Rhein
Unsere Pausen machten wir direkt am Rheinufer. Diese Unterbrechungen nutzte ich wie immer um meinen Blutzucker zu messen. Da es sehr eben parallel zum Ufer entlang ging gab es nicht so viel Anstrengung und so benötigte ich diesmal auch nicht so viele Kohlehydrate.
Pause am Rheinaltes Rettungsboot am Rheinam Ufer des Rheins
Natürlich nutzen wir auch die Gelegenheiten die Orte entlang der Strecke zu erkunden. Es gibt dort wirklich viele schöne Orte! Alte Stadtmauern und Stadttore ergeben oftmals imposante Bilder. An einigen Häusern kann man auch Hochwassermarken vorfinden. Anhand der Höhe kann man erkennen, dass ein Leben am Rhein auch seine Schattenseiten hat.
alte StadtmauerHochwassermarken an einem Hausein altes Tor in der Stadtmauer
Auf dem Weg in Richtung Koblenz kamen wir auch an Boppard vorbei. Hier kletterten wir mit unseren Drahteseln die Berge hinauf. In Boppard gibt es eine bemerkenswerte MountainBike Strecke. Hier hat man sogar einen Lift welcher einen immer wieder hoch bringen kann. Dort findet man alles mögliche vor was den Downhiller lockt.
Für uns beide waren diese Sprünge aber eine Nummer zu groß um sie auszuprobieren. Offiziell ist die Strecke auch erst ab April wieder frei gegeben.
Boppard Schanzewir auf der StartrampeDownhillbahnHolzfigur neben der BahnHinweisschild
Weiter ging es zum Vierseenblick. Eigentlich ist es der Blick auf eine Rheinschleife. Da man aber durch die Topografie nur 4 Teile sieht, wird dieser Punkt auch Vierseenblick genannt.
Vierseenblick1Vierseenblick 2
Von dort aus ging es weiter quer mit dem MTB durch die Wälder. Nach dem langsamen einrollen entlang des Rheins war das genau das richtige was wir brauchten. So fuhren wir am Kühkopf vorbei.
Kühkopf
Weiter ging es rüber zur Moselseite oberhalb von Koblenz. Wer nicht mit dem Rad unterwegs ist, dem ist diese Gegend auch zum wandern zu empfehlen!
Blick auf KoblenzBlick auf die MoselBlick auf die Mosel
Nach einem kleinen Singletrail erwischte mich leider eine Radpanne. An einer landschaftlich wunderschön gelegenen Stelle oberhalb der Mosel passierte es. Mein Hinterreifen war platt und ich musste den Schlauch wechseln. Nur das schöne Wetter und der Blick entschädigten dafür.
Panne 1Panne 2Panne 3
Danach ging es weiter runter nach Koblenz. Wo wir schon einmal hier waren, führen wir vorbei an alten Brücken natürlich auch zum Deutschen Eck.
Brücke in KoblenzwirDeutsches EckDeutsches EckDeutsches Eck
Nach fast 80km entschlossen wir uns dann mit dem MTB durch Koblenz zum Bahnhof zu fahren. Das schöne in Koblenz ist, dass man mit dem MTB auch direkt durch die Fußgängerzone fahren darf und so auch die Innenstadt erkunden kann. Natürlich haben wir uns gesittet verhalten. Wir wollen ja nicht anderen Radfahrern die Tour vermasseln.
Koblenz Innenstadt
Am Ende fuhren wir mit dem Zug wieder nach Rüdesheim zurück. Das schöne dort ist, dass in jedem Zug auch Fahrradabteile sind. Ich wünschte, das wäre hier in der Gegend auch so.
Zugfahrt
Während dem zweiten Teil der Strecke brauchte ich wie üblich meine 2-3 BE pro Stunde und das ohne zusätzliche Insulinzufuhr. Was soll ich sagen? Am nächsten Tag hatte ich wieder top Werte. Sport ist eben doch eines der besten Mittel um seinen Zucker konstant zu halten und die Insulinempfindlichkeit möglichst hoch zu halten. Da werd ich wohl weiter am Ball bleiben.

Erkenntnis des Tages ;-)

Posted in Tagebücher von Steffen Klausing am 10. Feb. 2008

Im Leben einer Frau gibt es 3 Männer.

  • Einen Allerersten.
  • Einen der ihre große Liebe ist.
  • Einen den sie heiratet.

Welcher bist Du?

Diabetes, denk mal drüber nach

Posted in Diabetes von Steffen Klausing am 5. Feb. 2008

Erschreckt nicht, tut es aber auch nicht einfach so ab!
Diabetes hindert Dich nicht daran Sport zu treiben oder Dich gesund zu ernähren. Viele berühmte Sportler haben Diabetes und vollbringen Höchstleistungen. Ich werde dieses Jahr trotz meiner Erkrankung (oder gerade wegen ihr) eine Alpenüberquerung mit dem MountainBike versuchen … und diese auch schaffen.
Schaut in euer Umfeld und informiert euch über diese Krankheit. Achtet auf Eure Ernährung und euren Lebenswandel. Diabetes ist keine Krankheit der alten, dicken Leute. Sie kann jeden treffen! Es gibt viele Irrtümer und teilweise die witzigsten Aberglauben zu diesem Thema.
Lernt! Nicht Diabetes amputiert Gliedmaßen oder macht blind! Fehlendes Wissen führt dazu! Nehmt euch ein paar Augenblicke und schaut Euch diesen Film an und versteht ihn als Denkanstoß oder Diskussionsgrundlage. Sprecht in Schulen oder Vereinen darüber. Ihr werdet überrascht sein wie viele Menschen es in eurem Umfeld gibt die zum “Club der Süßen” ;-) gehören.

Karnevalstouren oder wie weich ich einem Umzug aus

Posted in Diabetes, Vorbereitung AlpenCross von Steffen Klausing am 5. Feb. 2008

Das Völkchen welches entlang des Rhein wohnt ist schon ein seltsames Völkchen.
Ausnahmezustand ist ein Wort was die Situation während der 5. Jahreszeit nur unzureichend beschreibt. Eigentlich sagt man ja nur den Männern nach, dass sie das Kind in sich behalten haben. Dort erwischt es aber fast 100% der Bevölkerung. Dort braucht nur irgendwo ein buntes Kleidungsstück sichtbar werden oder Musik im 3/4-Takt erklingen und schon setzen ganze Gehirnregionen aus. Rationales Denken - Fehlanzeige!
Wie unter Massenhypnose gibt es auf einmal Zusammenrottungen an Menschen die den ganzen Tag ein seltsames Lächeln im Gesicht haben und laut krächzend mit aller Macht versuchen die letzten Texte seltsamer Lieder über die Lippen zu bringen. Bewaffnet mit Alkohol jeglicher Couleur und jeglichem Geschmackes ziehen sie durch die Straßen. Hat man sich erst einmal durch Pfläumchen, Schlüpferstürmer, Leichtsinn und wie die Getränke auch alle heißen mögen durchgekämpft, bleibt einem kaum etwas anderes übrig als mit zu machen. :-) Nur ganz hartgesottene können dem widerstehen :-D
Lediglich tief im örtlichen Forst kann man diesen “Verrückten” entkommen. So kam es dann auch, dass die Radtouren dazu missbraucht wurden die Lungen wieder frei zu bekommen und den Restalkohol des Vorabends zu verbrennen.
Die 2 Radtouren am Samstag und Sonntag führten uns daher weit weg von der üblichen Zivilisation.
Das schöne an der Rheingegend ist, dass man im Rheintal selbst bei Temperaturen über 0°C und Sonnenschein fast schon frühlingshaft unterwegs sein kann. Kommt man hingegen in die etwas höheren Regionen, dann begegnet man Schnee.
Folgt man dem Rhein, dann kommt man unwillkürlich immer wieder an einer dieser Burgen vorbei. Hier erstritt sich das ansässige Völkchen in früheren Zeiten von den vorbei fahrenden Schiffen Wegezoll.
Burg am Rhein
Bei tieferen Temperaturen packt man sich als ordentlicher Radfahrer immer dem Zwiebelschalenprinzip ein. Ist man in einer Gruppe unterwegs, dann legt man ziemlich schnell die oberste Schale ab. Man ist in Folge des eigenen Ehrgeizes doch ein wenig schneller unterwegs. So kommt es am Anfang der Touren immer recht schnell zu einem ersten Stopp.
ablegen der obersten ZwiebelschichtJacke einpackenWalter genießt die Sonne auf der Hautnicht hinschauen !!!!
Solche Pausen nutze ich dann immer um meine ersten Blutzuckermessungen zu machen. An beiden Tagen hatte ich nicht zum Start der Tour gemessen, da wir erst kurz vor dem Start mit dem Frühstück fertig geworden sind. Das hat sich an beiden Tagen gerächt! Ich durfte lernen, dass die Rheingauer wohl etwas kleinere Brötchen backen, als ich sie vom Osten gewohnt bin. Ich hatte ihre Größe etwas überschätzt und so ein wenig zu viel Insulin intus. An beiden Tagen erwischte es mich mit einem 2er Wert. Wenn man mit einer höheren sportlichen Belastung unterwegs ist, merkt man die üblichen Symptome nicht. Der Puls ist ja eh etwas höher als normal und schwitzen ist ja normal. Auf diese Anzeichen kann man sich also nicht verlassen wenn man in Richtung Unterzucker wandert. Gott sei Dank habe ich es mir angewöhnt regelmäßig zu messen, auch wenn noch keine Anzeichen spürbar sind. Für mich habe ich ein neues Anzeichen für zu niedrigen Blutzucker ausgemacht. Die Beine werden kraftlos. Es ist schlecht zu beschreiben. Du fühlst Dich eigentlich körperlich fit, kannst aber nicht wie üblich in die Pedale treten. Es fehlt Dir einfach an Kraft.
So hieß es dann jedes mal Kohlehydrate futtern. Traubenzucker, Balisto und Bananen gehören ja zu meiner Standardausrüstung auf solchen Touren. Balisto geht dabei genauso schnell ins Blut wie reiner Traubenzucker.
Natürlich wissen meine Begleiter von meinem Diabetes! Hier sollte man nicht mit falscher Eitelkeit unterwegs sein. Ich durfte lernen, dass die Mitmenschen eigentlich sehr aufgeschlossen sind, wenn man ihnen Hintergründe und Notfallmaßnahmen erklärt.
Nach dem kurzen Stop schraubten wir uns weiter in die höheren Regionen. Schon war das erste zarte Weiß sichtbar.
das erste Weißder Schnee wird dichterSchneefast geschlossene Schneedecke
In den Wäldern des Rheingaus begegnet man immer wieder seltsamen grünen Schildern mit Nummern darauf. Das sind sogenannte Rettungspunkte. Hat man ein medizinisches Problem, dann ruft man einfach die Notfallnummer an und gibt ihnen den Rettungspunkt durch. Die Leitstellen wissen dann genau wo man ist und können Hilfe zum richtigen Ort schicken.
NotfallpunktNotfallpunkt2
Hier auf dem letzten Bild wird auf eine Liegewiese hingewiesen. Den möchte ich sehen, der es sich bei diesen Temperaturen im Grünen gemütlich macht. Aber vielleicht ist da auch ein Teil eines Karnevalscherzes den ich noch nicht begriffen habe ;-).
Rüdesheim selbst hat die letzten 2 Jahre keinen richtigen Schneefall mehr erlebt. In den “Bergen” oberhalb kann man aber sehr wohl seine Fahrkünste auf überfrorenen Flächen testen.
geschlossene SchneedeckeKalte Herbergegeschlossene Schneedecke die zweite
Schaut man auf das mittlere Bild, so kann man sicher nachvollziehen, warum dieser Punkt Kalte Herberge heißt.
Leider haben Klickpedale wie wir sie benutzen einen Nachteil. Die Zehen werden ziemlich schnell kalt. Durch die Einrastvorrichtung in den Schuhen entsteht leider eine Kältebrücke. Sollte einer der Mitleser ein probates Mittel dagegen wissen, dann würde ich mich sehr über eine Info freuen.
So ging es dann also wieder zurück in Richtung Tal.
Die Sonne hat dort schon so viel Kraft, dass sie den Boden auftauen konnte und sich einzelne Schlammlöcher bildeten. Gerade auf den schnellen Abfahrten (die Wanderer mögen uns verzeihen) wird so jedes Schlammloch zu einer Slidemöglichkeit vom feinsten. 10 Zentimeter tief, gibt es nur 2 Möglichkeiten, springen oder Bremsen auf und durch und dabei hoffen, dass man sich nicht legt. Dem entsprechend sahen wir auch aus. Unsere Nobby Nick (für alle Radneulinge, das ist ein Reifen) griffen herzhaft in den Boden und freuten sich uns den selbigen voll Wonne ins Gesicht zu schleudern. Über meine Einstellung zu Schutzblechen werde ich wohl doch noch einmal nachdenken müssen. Von vorn bekam man so ein Gesicht mit Sommersprossen und die Hosenbeine vorn sahen aus wie nach einer Schlammschlacht. Da ich kein Schutzblech am Hinterrad hatte, sah es aus, als ob ich mit einer “Schleifspur” in der Hose fahren würde. :-)
Wir nutzen dann im Tal die Sonne um unsere Füße wieder warm zu bekommen und uns den Schlamm aus den Sachen zu klopfen.
Sommerprossenschaut mir auf die Beineweg mit dem Schlamm
In der Nähe der Zivilisation wieder angekommen, sahen wir uns den Närrinnen und Naralesen ausgesetzt. So schlugen wir wilde Haken durch die Gassen von Rüdesheim um den närrischen Umzügen auszuweichen und schafften es tatsächlich wieder bis nach Hause.
Alles in allem radelten wir so ca 90km verteilt auf zwei Tage.
Fazit: MTB fahren ist geil, aber bestimmt noch geiler wenn es draußen 20°C sind und kein Schlamm an den Klamotten frieren kann. ;-) :-)