Hocharztour: aus 3 mach 1
Auf gps-tour.info haben wir uns eine Harztour ausgesucht. Eigentlich ist diese Tour laut Bike für 3 Tage gedacht. Wir haben uns aber vorgenommen das ganze an einem Tag zu fahren. Ursprünglich ist sie 138km lang und hat den Brocken am Ende. Das war uns aber doch ein wenig riskant nach über 100km noch so einen Berg vor sich zu haben. Daher entschieden wir uns die Tour entgegen der Originalrichtung anzugehen, was sich am Ende als als Fehler entpuppte, aber davon später mehr.
Als Startpunkt wählten wir Bad Lauterberg aus. Dort gibt es eine ganze Reihe von preiswerten Pensionen (ab 20€) wo man übernachten kann. Dies taten wir auch. So starteten wir am frühen Morgen ausgeruht.
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Dazu suchten wir uns einen schönen großen Parkplatz oberhalb von Bad Lauterberg. Am Morgen waren so um die 14°C. Nach dem wir so eine ganze Weile in Richtung Brocken gerollt waren begann es zu nieseln. So entschieden wir uns die Regensachen anzuziehen. Immerhin hatten wir ja noch ein paar Kilometer vor uns und wollten nicht durchnässt und frierend fahren.
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Die Temperaturen in Richtung Brocken gingen bis auf 11°C runter. So waren wir dankbar, dass wir uns entschlossen hatten die Regenjacken anzuziehen. Die Landschaft in Richtung Brocken war wie immer atemberaubend schön.
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Am Eingang zum Nationalpark erwischte es meinen Kumpel. Er stürzte leicht. Ein klitzekleines Schlagloch wurde ihm bei einer Wende zum Verhängnis. Passiert ist ihm aber nichts. Es sollte auch nicht der letzte Sturz und vor allem nicht der mit der höchsten B-Note werden
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Vorbei ging es an wunderschönen Bächen und toller Landschaft. Die Wege im Harz sind auch überall gut ausgeschildert.
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Am Fuße des Brocken war dann ein Sandweg der sich aber gut fahren ließ. Allerdings zog sich das Wetter immer weiter zu und es wurde immer nasskälter.
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Der Weg führte entlang der Bahnstrecke der Harzquerbahn. Der Nebel war dabei so dicht, dass man den Zug zwar schon lange schnaufend und stampfend den Berg hoch kommen hörte aber ihn erst im letzten Moment sah. Auf dem Weg nach oben wurde ich ein wenig übermütig und versuchte die dortigen nassen Plankenwege zu fahren. Prompt legte ich auch 2 Stürze hin. Ich ging regelrecht nach vorn über den Lenker als ich versuchte eine nasse Stufe hochzufahren. Damit hatte ich vorübergehend die beste B-Note für einen Sturz hingelegt. Bei einem dieser Stürze verbog ich sogar mein Schaltauge was dann oben auf dem Gipfel angekommen ausgetauscht werden musste.
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Auf dem Brocken selbst waren es dann 11°C, regnerisch und windig. Nach dem obligatorischen Gipfelfoto machten wir uns also wieder schnell talwärts.
Vorbei ging es am Eckerstausee und wunderschönen Felsformationen.
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Die Landschaft im Harz ist einfach atemberaubend schön und das selbst bei diesem Wetter. Vorbei ging es weiter an Romkerhalle wo uns auch mehrfach Wanderer und Radfahrer entgegen kamen die nicht mehr wussten auf welchem Weg sie waren. Ein GPS ist da schon eine tolle Erfindung.
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Auf unserer Fahrt sahen wir auch viele Tiere. Eichhörnchen, Rehe die kurz vor uns über den Weg rannten und auch einen einäugigen Feuersalamander. ![]()
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An der Ockertalsperre füllte uns die freundliche Bedienung unsere Trinkrucksäcke wieder auf. Dort ließen wir es uns auch bei 2 Stück leckerem selbstgebackenem Käsekuchen gut gehen. Dort begegneten wir auch einer Truppe Quadfahrer.
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Nun kam die Rache der Tour! Es kamen die ersten grösseren Trails. Weil wir die Tour in umgekehrter Richtung fuhren mussten wir hier kilometerweise die Räder tragen.
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Hier dachten wir noch, dass es eine Eintagsfliege war. Aber es kam noch weit schlimmer… Manchmal fragte ich mich wie der Typ vor uns die Dinger überhaupt runter gefahren sein konnte.
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Natürlich gab es auch einige Waldautobahnen und wieder wunderschöne Aussichten.
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Auf dem Weg gab es nicht nur schöne Landschaften sondern auch eine bemerkenswerte Holzkirche. Mitten im Wald kamen wir auch an einem Tretbecken vorbei wo müde Wanderer einer Kneipkur frönen können.
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Im Harz begenet man auch an vielen Stellen den Schnitzkünsten der Einheimischen. Neben den bewaldeten Flächen gibt es auch offene Flächen die immer einen schönen Blick in die Landschaft öffnen.
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Entlang des Weges gab es auch immer wieder Hütten wo man sich bei schlechtem Wetter unterstellen kann. Und immer wieder diese schöne Landschaft und diese “tollen” Bergauftrails ![]()
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Wer Trails und Sehenswürdigkeiten liebt ist im Harz echt gut aufgehoben.
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Hier an dieser Stelle hatten wir schon ungefähr zwölfeinhalb Stunden in den Beinen und es wurde dunkel. Ungefähr 8km waren es noch Luftlinie bis Bad Lauterberg zurück. Dazu hätten wir aber noch einmal unsere Räder einen Trail über einen Berg tragen müssen. Das war uns dann doch unsicher. So fuhren wir den Rest entlang einer Straße was uns noch einmal 10km zusätzlich einbrachte. Aber im Dunkeln einen Trail hinauf war definitiv zu gefährlich! Die letzten Kilometer traten wir noch einmal ordentlich in die Pedale. Mit 20-30 km/h fuhren wir unseren Parkplatz entgegen von wo aus wir gestartet waren. Ihr glaubt gar nicht wie lang diese Kilometer waren.
So kamen wir dann nach knapp 14 Stunden dort an. Beide hatten ca 8000-9000 Kalorien verbrannt.
Ich hatte 7 Bananen und 18 Corny Riegel gemampft. Da die Kohlehydrate nur so in die Muskeln rieselten brauchte ich kein einziges mal Insulin dafür. Während der ganzen Tour bewegte sich mein Blutzucker zwischen 4,5 und 5,5. An Verpflegung sind noch ca 6 Liter Flüssigkeit aus dem Trinkrucksack hinzu gekommen.
Alles in allem sind wir fast genau 150km und über 2800 Höhenmeter gefahren.
Es war einfach eine geile Tour !!!
Rheingauer Bike Marathon
Nun hab ich ihn hinter mir, meinen ersten Marathon.
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Als erstes möchte ich einmal sagen, dass ich die ganze Veranstaltung als gut organisiert empfand. Hier fehlt mir zwar noch der Vergleich zu anderen Marathons, aber ich erlebte fast nirgendwo Dinge welche mir nicht passten. Die Ausgabe der Startnummern am Vortag verlief völlig problemlos. Zumindest konnten das alle Fahrer behaupten welche sich mit einer Voranmeldung beteiligt hatten.
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Es hatten sich so 2 Tage vorher etwas über 500 Fahrer angemeldet. Bis zum Start gab es dann aber noch jede Menge Nachmelder. Dadurch waren es am Ende über 1000 Fahrer und dem Veranstalter gingen die Startnummern aus.
Die Strecken (40km und 70km) selbst waren wirklich gut ausgeschildert und alle gefährlichen Stellen markiert. Man konnte sich nicht verfahren. Allerdings hatten die Veranstalter wohl nicht damit gerechnet, dass es vorher regnete und 1000 Fahrer sich als Matschwühler beteiligen. Einige Streckenabschnitte hätte man nach dem Rennen wohl in Tüten abfüllen und als Fangopackung verkaufen können … aber dazu später mehr.
Glöckchen und ich machten uns morgens in Rüdesheim los und fuhren zum Start nach Aulhausen. So hatten wir schon gut 230 hm in den Beinen als es los ging. Allerdings waren wir dadurch schon warm gefahren.
Am Start angekommen hatten die Veranstalter Startblöcke eingeteilt welche sie in 5 Minuten Abstand von einander starten ließen. So kam es gerade am Anfang und auch auf der Strecke nicht zu all zu großem Gerangel.
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Ein kleines Problem hatten die Starter aber. Sie fanden die Startpistole nicht und so musste der Rüdesheimer Bürgermeister das Rennen durch simples herunterzählen starten.
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Ich hatte vor dem Start einen BZ Wert von 8. Während des ganzen Rennens habe ich jede halbe Stunde einen Corni Riegel gegessen (ca 1BE) um den Wert oben zu halten. Auf den 70km gab es 2 Verpflegungsstellen. Dort habe ich immer gemessen und zusätzlich dann einen Schluck isotonisches Getränk und ein Stück Banane zu mir genommen. Zwischendurch hatte ich so zwar mal einen 10er Wert, aber der war nach einer halben Stunde wieder bei 6 angekommen. Das lag wohl zum einen daran, dass ich ständig mit Puls zwischen 140 und 155 gefahren bin und die Strecke wirklich schwer zu fahren war. Insgesamt habe ich so schätzungsweise 16BE gemampft ohne dafür Insulin zu spritzen.
Am Ende des Marathon hatte ich einen 7er Wert. Eine halbe Stunde nach dem fahren war es schon nur noch ein 5er. Alles in allem kann ich sagen, bin ich recht gut mit meinen Werten hingekommen.
Nun aber zum Rennen selbst. AmTag davor und die Nacht über hatte es immer mal wieder geregnet. So war der Waldboden schon ziemlich weich. Bei den mehr als 1000 Fahrern waren auch Lizensfahrer dabei. Die spurteten natürlich vorne weg, gefolgt von den vielen durchtrainierten Sportlern.
Meine Devise war ankommen und schneller als mein Mitfahrer Glöckchen zu sein. Ganz wichtig war für mich dabei, dass ich das Rennen einteilen musste.
Wie wichtig das war merkte man schon nach den ersten 10km als die ersten Schlammlöcher kamen. Schätzungsweise 300 Biker waren da schon vor mir durch. So waren die Wege teilweise auf mehrere hundert Meter 10-15cm tief verschlammt. Da halfen mir selbst meine Nobby Nicks nicht mehr Grip zu bekommen.
OK, da dachte ich noch, dass es ein Schlammloch war was der Veranstalter bewußt eingebaut hatte um uns auch ein wenig zu fordern. Aber weit gefehlt!
Stellenweise waren kilometerlange Schiebepassagen in denen man das Rad kaum vorwärts bekam. Man schob 5 Meter vorwärts und dann einen Meter rückwärts um die Schlammbatzen aus der Gabel und von den Reifen zu bekommen weil die Räder schon beim schieben blockierten. Ich entschloß mich dann in diesen Passagen mein Rad zu tragen. Das war immerhin leichter als schieben. Auf Grund des Schlammes ergaben sich doch teilweise erhebliche Sichteinschränkungen. ![]()
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Nach solchen Passagen fand immer ein regelrechter Wettbewerb statt. Wer findet den schönsten Stock und kann am schnellsten die Kilo an Schlamm von Reifen, Schaltung und sonstigen Radteilen kratzen.
Leider erwischte es meinen Kumpel so ca bei Kilometer 40 mit Krämpfen in beiden Oberschenkeln. Er kämpfte sich zwar noch bis ca Kilometer 48 durch, aber da war ich ihm schon (ohne es zu wissen) ca eine halbe Stunde weg gefahren. Da dies ja ein Wettbewerb zwischen uns beiden werden sollte, fuhr jeder seinen Stil ohne auf den anderen zu achten. Ich bemerkte zwar, dass er verschwunden war, konnte aber nicht feststellen, ob er nun vor mir oder hinter mir lag.
Bei Kilometer 48 stand unser “Fanclub” (seine Frau und meine Freundin) und feuerten uns an. Hier erfuhr ich, dass mein Kumpel hinter mir war. Bis dahin dachte ich noch, dass er vielleicht 5-10min hinter mir war. Das war auch der Grund warum ich mit Volldampf weiter machte.
Später erfuhr ich dann, dass er hier aufgab. Mit Krämpfen in beiden Oberschenkeln ging einfach nichts mehr.
Auf der Strecke gab es auch etliche Fahrer die einen platten Reifen hatten oder die es auch mit Krämpfen erwischte. Durch den vielen Schlamm war die Strecke einfach sehr schwer zu fahren. Direkt vor mir war ein Fahrer der in einem schlammigen Abschnitt Krämpfe in beiden Beinen bekam. Er war nicht mehr in der Lage das Gleichgewicht zu halten und kippte samt dem Rad einfach um. Ich hielt kurz an und fragte ob etwas passiert sei. Da er nicht ernsthaft verletzt war und es wirklich genügend Streckenposten gab, fuhr ich weiter.
Insgesamt sind rund 30% der Fahrer welche am Start waren ausgefallen. Entweder schafften sie es körperlich nicht, oder sie mussten aus technischen Gründen aufgeben. Stellenweise drehte sich ja nichts mehr. Weder die Gänge ließen sich schalten, noch drehten sich die Räder weil so viel Schlamm dazwischen war.
So quälte ich mich bis zum Ziel.
Erst dort realisierte ich, dass mein Kumpel schon da war. Am Anfang war ich noch erschrocken, weil ich dachte er hatte mich irgendwo unbemerkt überholt. Aber später hörte ich ja seine Geschichte und dass er mit seiner Frau zum Ziel gefahren ist.
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Es war aber echt schön zu sehen, dass meine Freundin nebst einigen Freunden im Ziel auf mich warteten.
Insgesamt habe ich 5 Stunden und 45 Minuten gebraucht und belegte damit den 343. Platz von allen Startern. Für meine Verhältnisse denk ich ist das eine Super Leistung. Der schnellste hat für die 70km nur 2 Stunden 47 Minuten gebraucht.
Hier noch ein paar Impressionen:








Ich füge hier mal noch eine Google Map von der Strecke an .
